Projekt

Restaurierung des Kaiser Wilhelm Denkmals in Porta Westfalica

Das zu Ehren des Kaisers Wihelm I. 1892 errichtet Denkmal ist das Wahrzeichen von

Porta Westfalica. bzw. des Minden-Ravensberger Landes.

Das Denkmal wurde nach Entwürfen des damals bedeutendsten deutschen Denkmal-Künstlers, des Berliner Architekten Bruno Schmitz, gebaut. Die Kaiserfigur wurde von dem Bildhauer Kaspar von Zumbusch aus Wien geschaffen, einem gebürtigen Westfalen.

Das Denkmal besteht aus Porta-Sandstein, der aus einem Stollen im Wittekindsberg abgebaut wurde. Der leicht zu bearbeitende Sandstein wurde für besonders fest und wasserundurchlässig gehalten und war wegen seiner ,Maserung`, die durch Erzeinschlüsse hervorgerufen wird, sehr beliebt. Bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts wurde der Sandstein für den Bau von Burgen, Kirchen, öffentlichen Gebäuden und Grundmauern verwendet.

Von der Ringterrasse mit 30 Stützpfeilern und einem Durchmesser von 120 m führt eine Freitreppe zur Hoch-Terrasse. Von hier führen nochmals 20 Stufen bis zum Kuppelbau, wo sich das Standbild des Kaisers befindet. Die 7 m hohe Kaiserfigur steht auf einem 5,5o m hohen Steinsockel. Das Standbild des Kaisers besteht aus vernieteten Kupferplatten und zeigt den Kaiser Wilhelm I. barhäuptig, die linke Hand auf den Pallasch gestützt, die rechte Hand erhoben. Über dem Standbild erhebt sich ein 50 m hoher Baldachin, der von 6 gewaltigen Säulen getragen wird. Diese schließen sich in 18 m Höhe zu Rundbögen. 32 m ist der Außendurchmesser des Baldachins, der Innenraum misst 18 m im Durchmesser.

Das Denkmal ist insgesamt 88 m hoch. Auf seiner Spitze befindet sich eine 2,50 m hohe Kaiserkrone mit vergoldetem Kreuz.

Restaurierungsmaßnahmen

 

Das Geländer an der Hochterrasse bestehend  aus gußeisernen Pfosten und Querträgern, die Felder mit Sprossenrahmen aus rechteckigen Eisenprofilen ausgefüllt,

wurde vor Ort durch Sandstrahlen gereinigt, mit Rostschutz und neuem Anstrich aus Eisenglimmerfarbe versehen.

 

Am Denkmalsockel und im Bereich des Geländers an der Hochterrasse sind Sandsteinplatten als Bodenbelag verlegt. Es handelt sich um Portasandstein in Plattengrößen von ca. 1,oo x 1,oo m.

Die Oberfläche war derart stark geschädigt, zerklüftet und abgenutzt, daß Regenwasser nicht mehr ablaufen konnte und dauerhaft auf dem Stein verblieb. Die Schädigung der Steinoberfläche wurde hierdurch weiter beschleunigt.  Nur die Auswechselung der Steine durch neu im Gefälle verlegte Steine konnte hier Abhilfe schaffen. Originalmaterial "Portasandstein" wurde aus einem früheren Steinbruch gewonnen..

 

An der Wappenfeldwand und den angrenzenden bruchrauhen Sandsteinwänden trat an vielen Stellen Wasser aus. Die Herkunft konnte nicht endgültig geklärt werden. Hierdurch kam es zu Kalkausblühungen und den Austritt von Schadsalzen. Diese trugen zu einer Schädigung des Sandsteines bei, aus diesem Grund mußten diese Salze entfernt werden.

Folgende Arten der Salzentfernung kamen nach Gutachterauskunft und Beratung mit dem Landesdenkmalamt für Denkmalpflege in Betracht:

- Feinstsandstrahlen,

- Abbürsten im trockenen Zustand mit der Wurzelbürste

- Abwaschen mit Hochdruckreiniger.

 

Bei der Reinigung erfolgte eine Anpassung an bautechnisch und optisch intakte Naturwerksteinoberflächen. Eine bauwerksverträgliche Patina, die Zeugnis über eine natürliche Alterung der Oberflächen abgibt, wurde belassen.

 

Bei der Durchführung der Reinigungsmaßnahme wurde der Substanzverluste auf das absolut notwendige Minimum reduziert.

 

Neben dem Wappenfeld an der unteren Besucherterasse wurden Bohrkerne zur Feststellung der Materialschichten unterhalb des Denkmalsockels gezogen. Hinter der Sandsteinwand wurden unterschiedliche Materialien festgestellt (Beton, Fels, verdichteter Schotter).

 

Weiterhin wurde eine Infiltrationsmessung der Terassenbeläge durchgeführt.  Die Messung ergab, dass hier von einer wasserundurchlässigen Befestigung der Natursteinpflasterflächen auszugehen ist. 

 

Die Herkunft des in der Wappenfeldwand austretenden Wassers wurde untersucht.

Hierzu wurde eine Kanalfernaugeuntersuchung mit vorheriger Reinigung durchgeführt.

 

Weiterhin erfolgte die Reinigung, Fugensanierung und Sandsteinreparaturen im Bereich der Stützpfeiler des Denkmals einschl. Bögen bis unter Tambourgesims und die Vervollständigung und Reparatur des Putzes an der Unterseite der Kuppel.

 

Die Maßnahmen wurden betreut durch Frau I. Tillessen und Herrn Sikrist vom Westfälischen Amt für Denkmalpflege.